Mediation – kurz und bündig

Mediation ist eine breit bekannte und sehr alte aussergerichtliche Form der Konfliktbearbeitung und wird als moderne und zukunftsgerichtete Konfliktlösungsmethode ebenso professionell wie erfolgreich eingesetzt. Der konstruktive Umgang mit Konflikten leistet damit einen wesentlichen Dienst an der Gesellschaft, sei es in der Familie, in der Nachbarschaft, in Unternehmen oder im öffentlichen Raum.

Mediation baut auf den grundlegenden Prinzipien von freiwilliger Teilnahme, Transparenz, Lösungsoffenheit und Vertraulichkeit auf. Das Mediationsverfahren ist ein durch Phasen strukturierter Kommunikationsprozess, welcher von der Mediatorin oder dem Mediator angeleitet und moderiert wird. Dabei unterstützt die Mediatorin oder der Mediator als neutrale Drittperson die Parteien, indem sie oder er durch das Verfahren führt und den Parteien ermöglicht, eine passende Lösung zu vereinbaren. Mediatorinnen und Mediatoren entscheiden nicht, denn es sind die Parteien, welche eigenverantwortlich eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Lösung entwickeln.

Die Ergebnisse der Mediation werden in der Regel in einem schriftlichen Memorandum und/oder einer rechtsverbindlichen Abschlussvereinbarung zusammengefasst, wozu in der Regel Anwältinnen und Anwälte eingeschaltet werden, bzw. die Vereinbarung notariell beurkundet wird.

Die Mediatorin oder der Mediator wahrt die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem Mediationsverfahren. Gerichtliche Verfahren sollten während einer Mediation ruhen.

Familienmediation im Besonderen

Ehe und Familie haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verändert. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden hat sich die Familienmediation über das traditionelle Feld der Trennungs- und Scheidungsmediation hinaus für Paare, bei Eltern-Jugendlichen-Beziehungen, für Stief-, Pflege-, Adoptionsfamilien, in Erbauseinandersetzungen, in Familienbetrieben, bei der Pflege/Betreuung älterer Familienangehöriger weiterentwickelt.

Diese neuen Lebensformen bieten Chancen und Risiken zugleich. Bestehende Konflikte können sich verstärken oder neue entstehen.

In der Familienmediation wird insbesondere auf folgende vier Prinzipien geachtet:

  1. Es wird zwischen der Person und dem Problem (der Sache/dem Inhalt) unterschieden.
  2. Es wird auf die Interessen, die Bedürfnisse der Parteien fokussiert, nicht auf deren Position.
  3. Es werden Optionen, Ideen mit beidseitigem Gewinn entwickelt.
  4. Es werden objektive Kriterien für die Bewertung der Verhandlungsergebnisse herangezogen.

Zur Umsetzung dieser vier Prinzipien ist die Familienmediation in Phasen/Prozessstufen eingeteilt: nach einer Eingangsphase mit den Prozessstufen «Einführung in die Mediation/Kontrakt» sowie «Themensammlung» folgt die Verhandlungsphase mit den Prozessstufen «Erarbeiten von Interessen» und «Entwicklung von Optionen». In der Abschlussphase folgen die Prozessstufen des «Verhandelns» und des «Vereinbarens».

Heute ist das Ziel der Familienmediation nicht mehr ausschliesslich eine aussergerichtliche Regelung von juristisch relevanten Kontroversen (wie in der Scheidungsmediation), sondern auch eine informelle Bearbeitung und Lösung von allgemein innerfamiliären Differenzen.

Vor dem Hintergrund der Familienkonflikte bemüht sich die Mediatorin oder der Mediator als neutrale Drittperson zwischen den Parteien zu vermitteln, indem sie oder er die Verantwortung für die Gestaltung des Gesprächsprozesses übernimmt, ohne die Macht zu haben, den Familienkonflikt autoritär zu entscheiden. Zudem stehen der Mediatorin oder dem Mediator für die Gestaltung der einzelnen Prozessstufen zahlreiche Methoden (z.B. die Form des Fragens, die Hypothesenbildung) und Techniken (z.B. Zusammenfassen, Normalisieren, Fokussieren) zur Verfügung, damit der Konflikt bestmöglich gelöst werden kann.